Festgeldzinsen-Entwicklung der letzten Jahre mit zukünftigen Entwicklungen
Die von den Banken angebotenen Festgeldzinsen orientieren sich grundsätzlich an den Zinsen auf Geld- und Kapitalmärkten. Seit der Einführung des Euros Anfang 1999 ist ausschließlich die Europäische Zentralbank (EZB) für die Geldpolitik und somit auch für die Entwicklung der kurzfristigen Zinsen verantwortlich. Über die geldpolitischen Maßnahmen, insbesondere das Hauptrefinanzierungsgeschäft, steuert sich den
Tagesgeldzinssatz
und beeinflusst damit in großem Maße auch die Zinsen anderer Laufzeiten. Die Geschäftsbanken haben die Möglichkeit sich über die Europäische Zentralbank bzw. das Eurosystem zu refinanzieren, alternativ am Interbankenmarkt sowie über die Aufnahme von Geld bei privaten Sparern. Die Zinsen dieser Refinanzierungsmöglichkeiten stehen in einem engen Zusammenhang.
Festgeld bieten die Banken für verschiedene Laufzeiten an, die von einigen Monaten bis hin zu einigen Jahren reichen. Aus Marketing-Gründen wird Privatkunden meist ein Aufschlag im Vergleich zu den Zinssätzen am Interbankenmarkt geboten. Institutionelle Kunden erhalten bei großen Festgeldanlagen nur noch einen minimalen oder einen geringen Aufschlag, so dass die
Festgeldzinsen nahe am Geldmarktniveau liegen.
Zum Start des Euros Anfang 1999 herrschte eine recht robuste wirtschaftliche Lage vor und die Geldpolitik war restriktiv ausgerichtet. Festgeldzinsen für 1 Jahr lagen in einem Bereich von 2,9% bis 3,8% p.a. während des Jahres 1999, wobei die Angebote je nach Bank leichte Unterschiede aufwiesen. Für eine Laufzeit von 5 Jahren stiegen die Festgeldzinsen 1999 von 3,3% auf über 5,0% p.a.. Somit
konnten sich Anleger bis 2004 dieses Zinsniveau sichern. Der wirtschaftliche Boom im Zuge der Internet-Euphorie wurde von einer steigenden Inflation begleitet, der die Notenbank durch höhere Zinsen zu begegnen versuchte. Das Zinsniveau erhöhte sich weiter, so dass Festgeld für 1 Jahr Ende 2000 bereits bei 4,8% p.a. lag und Anfang 2001 sogar auf 5,1% p.a. anzog. Für eine Laufzeit von 5 Jahren sank jedoch der Zinssatz von 5,2% auf 4,7% p.a. im Laufe des Jahres 2000 aufgrund aufkommender Zinssenkungserwartungen.
Die Zinssenkungserwartungen erwiesen sich bereits Ende 2001 als richtig, denn aufgrund der Terroranschläge vom 11. September, musste die EZB die Zinsen drastisch senken. Festgeld für 1 Jahr wurde nun mit 3,3% p.a. Anfang 2002 und nur noch 3,0% p.a. Ende 2002 verzinst. Bei 5 Jahren Laufzeit sank die Spanne von 4,7% p.a. auf 3,6% p.a. im Laufe des Jahres 2002.
Ein Rekordtief erreichten Festgeldzinsen mit Laufzeit von einem Jahr in 2003 und 2004, wo eine Anlage nur noch Verzinsungen von knapp über 2,0% p.a. brachte. Bei 5-jährigen Laufzeiten sank diese in 2005 auf ein Rekordtief von 2,5% p.a. Eine Phase von Zinserhöhungen in 2007 und 2008, als die Weltwirtschaft brummte, führte Festgeldzinsen wieder zurück auf alte Niveaus von knapp über 4,0% in 2007 und 2008. Für 5 Jahre Laufzeit wurde Festgeld mit teilweise über 4,5% p.a. verzinst. Die Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 ließ die Festgeldzinsen auf historisch einmalige Tiefs sinken, so dass 1-jähriges Festgeld in 2010 im Tief mit 0,5% p.a. verzinst wurde und 5-jähriges Festgeld knapp über 2% p.a. einbrachte. Im Falle einer andauernden wirtschaftlichen Erholung sind in den Jahren 2011 bis 2013 wieder Zinsniveaus von 2 - 3% p.a. beim 1-jährigen Festgeld und 3 - 5% p.a. beim 5-jährigen Festgeld möglich.
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